Demonstrationswerkzeugbau

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Demonstrationswerkzeugbau

Der Demonstrationswerkzeugbau der WBA ist Bestandteil des Clusters Produktionstechnik auf dem RWTH Aachen Campus und dient Unternehmen der Einzel- und Kleinserienfertigung als Testumgebung zur Pilotierung innovativer Produktionskonzepte. Durch eine umfangreiche und modernste Maschinenausstattung in den Kerntechnologien Fräsen, Drehen, Schleifen, Drahterodieren und Senkerodieren sowie diverser Hilfstechnologien und die Abbildung der gesamten Prozesskette von der Konstruktion, über die CAM-Programmierung und Produktionsplanung bis hin zur Fertigung, bedient der Demonstrationswerkzeugbau der WBA verschiedene Anspruchsgruppen der Einzel- und Kleinserienfertigung.

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Als führender Lösungsanbieter für Unternehmen der Branche Werkzeugbau bietet der Demonstrationswerkzeugbau der WBA eine einzigartige Testumgebung mit dem Charakter eines Forschungslabors, die es Unternehmen der Einzel- und Kleinserienfertigung ermöglicht, Industrie 4.0 zu erforschen und live zu erleben. In diesem Umfeld werden, gemeinsam mit rund 80 immatrikulierten Unternehmen und Kooperationspartnern, Ansätze und Lösungen für die Einzel- und Kleinserienfertigung der Zukunft entwickelt und im realen Betrieb pilotiert.

Beispiele für Industrie 4.0-Anwendungen in der WBA sind u.a. ein System zur systematischen Erfassung und Bewertung von Fehlern entlang der gesamten Prozesskette mittels einer benutzerfreundlichen App für Smart Devices oder aber die ganzheitliche und durchgängige Datenaufnahme, Verarbeitung und Auswertung von Bearbeitungs-, Liege-, Übergangszeit, etc. mit Hilfe eines vernetzten und benutzerfreundlichen  Systems auf dem Shopfloor, welche die komplexe Produktionssteuerung im Werkzeugbau effizienter werden lassen.

WBA Maschinenpark

WBA Maschinenpark

„Erlebniswelt Werkzeugbau“ in der WBA

Die „Erlebniswelt Werkzeugbau“ der WBA stellt eine Umgebung dar, in der verschiedene Systeme zur Lösung spezifischer Probleme entwickelt und ausgestellt werden. Durch die steigenden Anforderungen der Kunden in Bezug auf die Bauteilgeometrien, aber auch die prozessualen Anforderungen in Bezug auf kürzere Lieferzeiten, höhere Qualitätsstandards und eine transparente Kostenbetrachtung bedarf es einer hohen Prozessbeherrschung und durchgängigen Transparenz entlang des gesamten Auftragsabwicklungsprozesses.

Da es für die verschiedenen Herausforderungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Produkterstellung keine ganzheitliche Lösung gibt, hat sich die WBA darauf fokussiert, spezifische Lösungen als Demonstratoren zu implementieren, zu testen und weiterzuentwickeln. Dabei ist insbesondere die Verknüpfung dieser Systeme von entscheidender Bedeutung, da die Schaffung von Insellösungen einer Effizienzsteigerung entgegensteht. Erleben, was möglich ist und entscheiden, was für einen selbst sinnvoll ist – unter diesem Motto steht die „Erlebniswelt Werkzeugbau“ der WBA.

Demonstratoren der „Erlebniswelt Werkzeugbau“

Werkzeugbaubetrieben fehlt es in der Produktionsplanung und -steuerung häufig an einer unternehmensspezifischen Planungssystematik und der Kenntnis über die Fähigkeiten bestehender PPS-Systeme. In der „Erlebniswelt Werkzeugbau“ wird die Planungssystematik in der Kleinserienfertigung an unserer PPS-Wand intuitiv erklärt, visualisiert und Systeme verschiedenster Anbieter gegenübergestellt, sodass eine zielgerichtete Auswahl des richtigen Systems möglich ist. Die Verfolgung von Bauteilen unterschiedlicher Aufträge stellt auf dem Shopfloor eine Mammutaufgabe dar. Wo ist welches Bauteil zu welchem Zeitpunkt? In der „Erlebniswelt Werkzeugbau“ werden Bauteile auf dem Shopfloor mittels eines Indoor-GPS-Systems lokalisiert und durch eine kostengünstige Auftragsverfolgung mittels eines eigens entwickelten QR-Code-Scanner-Systems können Bearbeitungszeiten, Liegezeiten und Übergangszeiten minutengenau nachvollzogen werden. Auch die komplexe Montage von Werkzeugen erfolgt in der „Erlebniswelt Werkzeugbau“ mit digitaler Unterstützung. Die halbautomatisierte Ableitung von Montageanleitungsvideos aus dem CAD-Modell ermöglicht eine einfache Montage, auch für neue oder ungelernte Mitarbeiter. Hierbei, oder aber bei der Wartung von Maschinen oder dem Spannen von Bauteilen in einer Maschine werden Mitarbeiter zudem durch den Einsatz von Smart Glasses unterstützt. So erhalten sie entweder direkt in ihr Sichtfeld projizierte Anweisungen oder ein Experte schaltet sich via Videotelefonie live zu. Auf diese Weise können Prozesse schneller durchgeführt und Fehler vermieden werden. Die Aufnahme von Fehlern auf dem Shopfloor geschieht in der „Erlebniswelt Werkzeugbau“ mittels einer eigens entwickelten App zur Wissensrückführung. Im Fokus der „IDA-App“ steht die systematische Erfassung, Dokumentation und Auswertung zum organisationalen Lernen im Unternehmen.

Anhand eines speziellen Demonstrators wird das Thema „Change Request“ vorgestellt. Hier wird die Problematik von Änderungsaufträgen im Werkzeugbau anhand einer generischen und vereinfachten Prozesskette aufgezeigt. Dadurch sollen die Defizite entlang der CAx-Kette und deren fehlender Durchgängigkeit bei der Verwendung unterschiedlicher Softwaresysteme aufgedeckt. Dies bildet die Grundlage zur gemeinsamen Entwicklung von Lösungen, an denen die WBA mit ihren Kooperationsmitgliedern in den nächsten Jahren forschen und nach Lösungen suchen wird.

Success Story: Das Elektro-Stadtfahrzeug e.GO Life – Eine Entwicklung auf dem RWTH Aachen Campus:

Die Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft auf dem RWTH Aachen Campus forschen an relevanten interdisziplinären Themen. Die längerfristig angelegten Forschungsbereiche werden durch Cluster repräsentiert. Diese sind in Center unterteilt, in denen jeweils Wissenschaftlerteams unterschiedlicher Fachbereiche und Industriekonsortien gemeinsam visionäre Lösungsansätze für Zukunftsfragen verfolgen. An der Entwicklung des Elektro-Stadtfahrzeuges e.GO Life sind verschiedene Center beteiligt. Darunter auch die WBA.
Die WBA ist der zentrale Ansprechpartner für die Entwicklung und Herstellung von Werkzeugen und Prototypen. In dieser Funktion arbeitet die WBA sehr eng mit der e.GO Mobile AG zusammen und ist maßgeblich an der Fahrzeugherstellung des e.GO Life beteiligt. Dabei umfasst die Zusammenarbeit die Herstellung von prototypischen Bauteilen für die ersten Fahrzeuge sowie eine intensive Beratung der Produktentwicklung. Die WBA steht der e.GO Mobile AG bei der Identifizierung geeigneter Materialien, der anforderungsgerechten Auslegung von Bauteilen und der Optimierung von Prozessen zur Seite, um die Herstellung der Bauteile zu verbessern und damit bereits zu einem frühen Zeitpunkt Kosten zu senken und Lieferzeiten zu verkürzen. Dies geschieht durch den Einsatz innovativer Technologien und zahlreicher Fertigungsverfahren, gepaart mit einer umfangreichen Fertigungskompetenz der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der WBA.

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Ihr Ansprechpartner

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Tobias Hensen, M.Sc. RWTH
Prokurist

Telefon +49 241 99016364
E-Mail demonstrationswerkzeugbau@werkzeugbau-akademie.de